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IM SPOTLIGHT: Christine Lutz - Co-Founderin great2know

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Im Spotlight: Christine Lutz

Co-Founderin creat2know

🔦 SPOTLIGHT: Christine Lutz über Wissenstransfer und die Zusammenarbeit zwischen Startups und Corporates

Auch nach dem Weltfrauentag bleibt es essenziell, Gründerinnen ins Rampenlicht zu rücken. Unsere nächste Gründerin Christine Lutz erklärt im Interview, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen sein kann. 🤝

Nach 23 Jahren bei Lufthansa wagte Christine den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit great2know entwickelte sie eine KI-gestützte Plattform, die ungenutztes Erfahrungswissen von Mitarbeiter*innen sichtbar und zugänglich macht. Ihr Ziel: Den Wissenstransfer digitalisieren, nachhaltig bewahren und skalierbar machen.

Christine und ihr Startup machen Wissenstransfer zukunftsfähig und helfen Unternehmen dabei, ihre wertvollste Ressource bestmöglich zu nutzen. In einer Zeit, in der Fachkräftemangel, Remote Work und schnelle Veränderungen den Alltag bestimmen, ist es wichtiger denn je, Erfahrungswissen strukturiert zu bewahren und zugänglich zu machen. 📚

Das Interview mit Christine...

TechBoost: Erzähle uns kurz von deinem Startup und was dich zur Gründung inspiriert hat.

Christine: Ich war 23 Jahre bei Lufthansa in unterschiedlichen Positionen beschäftigt. In meiner letzten Funktion - HR Management Executive - hatte ich neben einer operativen HR-Rolle auch die Verantwortung für die Prozesse Onboarding und Wissenstransfer. Wissenstransfer wurde zu meinem Herzensthema, weil ich selber sechs Mal gewechselt bin und die erste Zeit in einem neuen Job immer als mühsam und anstrengend empfunden habe, da ich selber nie fachlich eingearbeitet wurde.

Bei Lufthansa habe ich daher den analogen dialogbasierten Wissenstransfer, also mit und durch Moderatoren, eingeführt. Die Methode funktioniert sehr gut. Sie ließ sich jedoch nicht skalieren, war sehr teuer und wir haben mit dem Datenschatz nicht gearbeitet. Damals kam schon der Wunsch auf, diesen Prozess zu digitalisieren. Im Konzern selber fand sich dafür leider jedoch kein Sponsor. Meine ehemalige Personalvorständin, Frau Dr. Bettina Volkens, härte von der Idee und fragte mich am 20.12.2020 (ein für mich lebensveränderndes Datum), ob wir uns mit dieser Idee nicht selbständig machen wollen.

Wir haben im April 2021 gegründet und haben jetzt eine Plattform gebaut, die KI-unterstützt und dialogbasiert das Erfahrungswissen der Mitarbeitenden erfasst. Im Gegensatz zu den gängigen Wissensmanagementplattformen, erfassen wir das bislang nicht dokumentierte Wissen (80%), das sich in den Köpfen der Mitarbeiter*innen befindet.  

TechBoost: Wie hast du den Start in die Startup-Welt erlebt? Welchen Herausforderungen bist du begegnet?

Christine: Der Start in die Startup-Welt war durchaus etwas holprig. So wichtig beim Immobilienkauf die Lage der Immobilie ist, so ist es beim Startup das Team. Leider haben wir uns nach einem Jahr sehr schmerzhaft von unserem damaligen Mitgründer getrennt. Fast zur gleichen Zeit haben wir die Programmierung aus Indien nach Vietnam transferiert. Da wir mitten in der Corona-Zeit gegründet haben, waren auch viele Unternehmen sehr mit sich und dem Überleben beschäftigt und haben sich nicht den langfristen Themen wie z.B. Wissenstransfer angenommen. Diese Zeiten haben uns Durchhaltevermögen und Resilienz gelehrt. Gleichzeitig habe ich große Hilfsbereitschaft und maximal positive Haltung von jedem, dem ich begegnet bin, erfahren. Anders übriges als im Konzern. 

Was mich auch sehr positiv überrascht hat, ist, dass alle Gründer*innen eine hoch ausgeprägte Lernbereitschaft haben und ich noch nie so häufig den Wunsch nach Feedback gehört habe wie in dieser „Szene“.  

TechBoost: Was ist dein größtes Learning bis jetzt?

Christine: Vertriebs-und Marketingaktivitäten müssen stets neben der Produktentwicklung vorangetrieben werden. Gerade bei den großen Unternehmen ist der Sales-Cycle sehr lang (6-8 Monate) und man verkauft eigentlich heute das, was man in 3-5 Monaten umsetzen wird.

TechBoost: Welche Frage sollte man dir noch stellen?

Christine: Was wünschst Du Dir als Startup von insbesondere großen Unternehmen?

Meine Antwort: 
Für ein Start-up ist Zeit = Geld: daher: schnellere Entscheidung und weniger zögern

Erwartet nicht die 100-120%, seid mutig und probiert mit uns aus

Investiert auch mal „Testmoney“, so erhalten wir die Vielfalt der „Schnellboote“ (=Startups) und lassen nicht nur die Tanker (Konzerne, wie SAP, google etc) überleben)

Behandelt uns vertraglich fair: die IP haben zu wollen, ist NICHT fair, bitte keine Knebelverträge

Habt eine faire Zahlungsmoral. In GB müssen Großunternehmen innerhalb 30 Tagen ihre Rechnung bezahlen. Wenn das Zahlungsziel 3 Monate ist, kann das ein Startup in den Ruin stürzen

Lernt von uns: Leidenschaft, pitchen, Feedback haben wollen, Optimismus, Resilienz

 

Danke für das Interview!